Gemeinschaft

KürbisDie Gemeinschaft „Solidarische Landwirtschaft Rhein-Neckar e.V.“ besteht aus einem Zusammenschluss von vielen Privathaushalten, die mit dem Markushof in Maisbach zusammenarbeiten. Sie finanzieren zum einen die Kosten des Hofes und tragen auch durch ihre aktives Helfen auf den Feldern und bei der Verteillogistik zur  Bewirtschaftung des Anwesens bei. Die erzeugten Lebensmittel werden unter den Mitgliedern der Solawi-Gemeinschaft und des Hofteams geteilt – ebenso wie die Risiken, die mit der Lebensmittelerzeugung einhergehen. Die Gemeinschaft besteht grundsätzlich unabhängig vom Markushof und ist in ihrer Organisation autark. Gleichzeitig ist die Zusammenarbeit mit dem Markushof allerdings langfristig ausgelegt. Sie basiert auf gegenseitigem Vertrauen und gegenseitiger Unterstützung. Der Markushof kann etwas mehr als 180 Mitglieder versorgen und ist seit mehreren Generationen im Besitz der Maisbacher Familie Schmutz.

 

Das Miteinander ist ein wichtiges Ziel

SalaternteWir finanzieren durch unsere Beiträge die gesamten jährlichen Betriebskosten des Hofes, um im Gegensatz zum industriellen den bäuerlichen Anbau von unseren Lebensmitteln zu sichern. Die Finanzierung ist unabhängig davon, wie die Ernte ausfällt. Das heißt, dass in einem Extremfall – etwa bei einem Ausfall der Ernte – kann der Hof durch die finanzielle Rückendeckung der Gemeinschaft trotzdem noch ohne große Einbußen weiter bestehen. Im Gegenzug für die Finanzierung erhalten wir die Ernte des Hofes – und tragen im dargestellten Krisenfall die Auswirkungen eines Ernteausfalls durch eine leerere Kiste mit.

Die Ernte wird – unabhängig vom individuell festgelegten finanziellen Beitrag – zu gleichen Teilen unter den Mitgliedern aufgeteilt. Bezahlt wird also nicht das einzelne Lebensmittel bei Lieferung, sondern die gesamte Produktion – und zwar im Voraus.  Auf diese Weise wird der Hof gemeinschaftlich getragen und befähigt, ohne Marktdruck ökologisch, sozial fair und vielfältig zu produzieren.

Indem wir an allen Prozessen der Landwirtschaft teilhaben können, erhalten wir wieder einen Bezug zu unseren Lebensmitteln: Wir wissen, welche Menschen unser Gemüse angebaut und geerntet haben, wir können uns selbst in den Ställen vergewissern, dass es den Tieren auf dem Markushof gut geht. Die Bedürfnisse des Hofes sowie der Gemeinschaft „unter einen Hut“ zu bekommen, ist Teil eines Solawi-Projektes. Das braucht natürlich die Unterstützung und Geduld aller Beteiligten, da diese Vorgänge selbstverständlich auch ihre Zeit zur Reife benötigen.

 

Gemeinschaft als Philosophie

Hoffest, FeldführungSolidarische Landwirtschaft ist ein gemeinschaftlich getragener Prozess. Im Bewusstsein, ein abhängiger Teil eines Ökosystems zu sein, das uns nicht nur heute sondern auch in Zukunft ernähren muss, leisten wir alle mit unserer Art des Konsums einen Beitrag zum Erhalt beziehungsweise zur Gesundung unserer Mitwelt. In dem Begriff „Gemeinschaft“ ist das Wort „mein“ enthalten – ich trage also das „Meine“ bei, um mit Freude und Herz ein Teil der Gemeinschaft und einer nachhaltigen Idee zu sein. Es geht uns also nicht nur darum, was an Lebensmitteln in der Kiste ist – Solawi ist für uns weitaus mehr als nur eine Biokiste. Es geht um die aktive Beteiligung am Erhalt lokaler, nachhaltiger Strukturen. Letztlich geht es um Beziehungen zur Natur, zu den Pflanzen, den Tieren, den Menschen und um die Erkenntnis, dass wir zukünftig auch eine Antwort auf die Frage finden müssen, wie alle Menschen auf der Welt satt werden können.

 

Mitarbeit ist sehr erwünscht

Für den Hof und für den gesamten Prozess ist die Mitarbeit vieler Mitglieder unabdingbar. Daher ist Mitarbeit sehr erwünscht. Gleichzeitig – und das ist uns sehr wichtig – ist die Mitarbeit aber keine Voraussetzung für Deine Mitgliedschaft, sie ist kein Muss! Wenn du also helfen kannst und möchtest, dann geschieht dies freiwillig und aus eigener Motivation heraus. Für die meisten, die es tun, ist die Mitarbeit nicht nur ein wertvoller Beitrag für die Gemeinschaft, sondern auch sinnvoll verbrachte Zeit mit einem hohen Wert für das eigene Gemüt und die Gesundheit. Das Arbeiten rund um den Hof soll Freude machen und dazu beitragen, Land, Leute und Wesen der Solawi besser kennenzulernen und mitzugestalten. Wenn du jedoch nicht mitarbeiten kannst oder möchtest, wird zu keinem Zeitpunkt Druck auf dich ausgeübt  – und wir hoffen auch, dass du dir selber keinen Druck auferlegst. Allein dein finanzieller Beitrag – und ggf. die gelegentliche Erwähnung unserer tollen Solawi-Idee in deinen Bekanntenkreisen – ist eine grundwichtige Unterstützung des Gesamtgeschehens.

Mitarbeit auf dem Markushof bei der Solawi Rhein-Neckar,

Das Hofteam kalkuliert mit einer Unterstützung von etwa 12,5 Stunden Mitarbeit pro Mitglied im Jahr. Die ganzjährigen Mitarbeitsmöglichkeiten umfassen beispielsweise die Hilfe bei der Feldarbeit (Gemüse sähen, pflanzen, jäten und ernten), im Gemüselager, bei Reparatur- und Umbauarbeiten und bei dem, was sonst noch so auf dem Bauernhof anfällt. Neben festen Helfertagen besteht nach telefonischer Absprache mit den Bauern auch zeitlich flexibel die Möglichkeit der Mitarbeit.
Sobald du als Mitglied bei uns angemeldet bist, hast du im Mitgliederbereich Zugang zum Jahreskalender, auf dem du nachlesen kannst, wann Helfer*innen zu welchen Tätigkeiten am Hof gebraucht werden können. Die Arbeit des „Kistenpackens“ – also die Zusammenstellung der wöchentlichen Lieferungen an die verschiedenen Depots – wird ebenfalls zum Teil ehrenamtlich von Solawi-Mitgliedern geleistet und ist eine weitere Möglichkeit der aktiven Mithilfe. Auch in den verschiedenen Arbeitsgemeinschaften ist Mithilfe gefragt und erwünscht. Und auch hier gilt: Jede*r so, wie er oder sie kann und will.

 

Die Markushof-Vereinbarung

Die Markushofvereinbarung befindet sich aktuell in Überarbeitung.